Schmiede Replikate
Philosophie

Replikat : lat. Replicare, steht für den Versuch der Kopie eines Gegenstandes, einer Nachbildung oder Rekonstruktion.

Die Rekonstruktion ist der Vorgang des neuerlichen Erstellens von etwas nicht mehr Existentem oder Unbekanntem. Die Rekonstruktion ist der Vorgang, sowie auch sein Ergebnis. Beim rekonstruieren ist es unabdingbar, sich an erhaltene Quellen, Fragmente oder auch nur Indizien zu orientieren.

Als erster Schritt sind wir darauf angewiesen, von unseren Kunden ein Muster, bildliche oder textliche Vorgaben über das Original zu erhalten. Diese werden bei einem persönlichen Gespräch ausgewertet und den Wünschen des Kunden angepasst.
Die höchste Priorität für unsere Arbeiten sind die äussere Erscheinung, Einhaltung von Gewicht, Längen und Ballance-Angaben und das Einhalten des korrekten schmiedetechnischem Werdeganges.
Wir haben um die 20 Stahlsorten am Lager und können so möglichst genau an die Materialzusammensetzungen von früher herankommen.

Als Beispiel steht der Werdegang der Luzerner Hellebarde, die aus 7 Teilen und drei verschiedenen Stahlsorten geschmiedet wurde. Ein Wechselspiel von hart und weich, angepasst an die Ansprüche des Gebrauchs. So wird einem selber immer wieder bewusst, mit wie wenig die Schmiede vergangener Jahrhunderte wahre Meisterstücke herstellten.

Für die Vollendungen der Stücke arbeiten wir mit einem Sattler, Stielmacher und Holzschnitzer zusammen, die das Zubehör zur Vervollständigung liefern.

Der schmiedetechnische Teil wird vollumfänglich in unserer Werkstatt selber gefertigt. Wir härten selber im Ofen oder direkt im Feuer. Dies ermöglicht uns auch gezielte Einsatzhärtungen wie zum Beispiel bei einer Schwertklinge. Die vorderen 2/3 der Klinge haben eine Gebrauchshärtung und sind damit voll einsetzbar zum Schneiden. Im hinteren Drittel nimmt die Härte gegen das Parier hin ab, so das der Absatz zur Angel mehr zäh als hart ist. Das bedeutet das die Klinge an dieser Stelle nicht brechen kann, da sie nicht hart ist.

Techniken wie Feuerschweissen, Nieten, Zisilieren und Tauschieren werden angewendet, um soweit wie möglich den ursprünglichen Werdegang zu kopieren.

Auf Wunsch erhalten Sie den Werdegang Ihres Auftrages mitgeliefert, damit Sie den spannenden Weg Ihres Werkstückes mitverfolgen können.